Markus Biank, Projektkoordinator bei Boys'Day | Neue Wege für Jungs spricht mit "Forum Schule", dem Magazin für Lehrerinnen und Lehrer in NRW über die Vermittlung von vielfältigen Lebensmodellen und Rollenvorstellungen in der Schule.
Geschlechtliche Zuweisungen in der Schule werden ein Problem, wenn Lehrkräfte tradierte Rollenzuweisungen und Geschlechtsstereotype in ihrem Unterricht fördern statt sie zu vermeiden. Kinder und Jugendliche bräuchten eher eine geschlechtersensible Unterstützung, die sowohl von männlichen, als auch von weiblichen Lehrkräften erfolgen könne, erklärt Markus Biank.
Außerdem im Interview Professor Hans-Peter Blossfeld, Mitglied des" Aktionsrats Bildung" und Marcel Helbig, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.
Der Aktionsrat hat 2009 ein Gutachten mit dem Titel "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem" veröffentlicht. Darin konstatierte der Rat, dass Jungen heutzutage deutlich schlechter in der Schule abschneiden als Mädchen. "In den 60er Jahren war das katholische Arbeitermädchen vom Lande der klassische Bildungsverlierer", so Aktionsrat- Mitglied Blossfeld: "Heute haben die Mädchen die Jungen aber weit hinter sich gelassen."
Marcel Helbig, der eine Studie zum Frauenanteil und den schlechteren Leistungen von männlichen Schülern durchgeführt hat, erklärt dazu: "Auf den ersten Blick schien es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem großen Frauenanteil und den schlechten Leistungen von männlichen Schülern zu geben. Bis heute konnte aber nicht nachgewiesen werden, dass der Unterricht durch Frauen tatsächlich den Bildungserfolg negativ beeinflusst."
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