Die Ergebnisse des (N)ONLINER Atlas 2006 sind da!

Die Internetnutzung ist weiter gestiegen, die Onliner haben ein hohes Maß an Eigenverantwortung in Sachen Sicherheit, die Altersgruppe 50plus holt weiter auf und die Frauen haben erstmals die Marke von 50 Prozent Onlineranteil überschritten. Das sind die zentralen Ergebnisse des (N)ONLINER Atlas 2006, die am 01. August der Öffentlichkeit in Berlin vorgestellt wurden.
Die Internetnutzung in Deutschland ist innerhalb eines Jahres um drei Prozent auf mittlerweile 58 Prozent gestiegen. Damit ist die Internetgemeinde in den zurückliegenden zwölf Monaten um zwei Millionen Nutzerinnen und Nutzer auf 37,8 Mio. Menschen über 14 Jahre gestiegen. Vier Millionen Bürgerinnen und Bürger beabsichtigen in den nächsten zwölf Monaten ins Internet einzusteigen (6 Prozent). 23 Millionen Deutsche (36 Prozent) zählen weiterhin zu den Offlinern, den Nicht-Nutzern des Internets ohne Anschaffungsabsicht. Diese sind nach wie vor mehrheitlich weiblichen Geschlechts, haben formal eine vergleichbar geringere Bildung sowie ein niedrigeres Einkommen und werden immer älter. Das Durchschnittsalter der Nicht-Nutzer liegt derzeit bei 61,3 Jahren.
"Deutschland - so war lange zu hören - sei durchzogen von einem tiefen digitalen Graben. Allen Anzeichen zufolge scheint sich dieser Graben langsam zu schließen. Das zeigen die positiven Ergebnisse des diesjährigen (N)ONLINER Atlas. Doch der Graben schließt sich längst noch nicht an allen Stelle," so Dr. hc. Thomas Ganswindt D21-Vorsitzender und Mitglied im Zentralvorstand der Siemens AG.
Erstmals seit der Messung im Jahre 2001 kommt der größere Zuwachs der Internetnutzung in Deutschland aus dem Osten der Bundesrepublik. Während im Westen die Internetnutzung um 2,9 Prozent stieg, wuchs sie im Osten um 3,9 Prozent.

Auch bei der Generation 50plus kommen viele neue Nutzerinnen und Nutzer des Internets aus den neuen Bundesländern. Sachsen-Anhalt liegt an der Spitze mit einem Zuwachs von 7,9 Prozentpunkten, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 7 und Thüringen mit 5,7 Prozentpunkten. Erst an vierte Stelle und noch hinter Sachsen mit 5,1 Prozentpunkten erscheint das erste Westland: Niedersachsen mit 4,8 Prozentpunkten Zuwachs.
Die Generation 50plus strebt weiterhin ins Internet
Die Generation 50plus surft gerne, schreibt Texte, kommuniziert per E-Mail und bearbeitet Bilder, Fotos und Videos. "Wen wundert das?" fragt Birgit Kampman, Geschäftsführerin vom Kompetenzzentrum Technik - Diversity - Chancengleichheit. "Ältere Menschen haben in den letzen Jahren zum andauernden, moderaten Wachstum der Onliner in Deutschland in erheblichem Umfang beigetragen: 33,9 Prozent der über 50-Jährigen nutzen 2006 das Internet, ein Anstieg um 3,2 Prozentpunkte gegenüber 2005. Aktuell sind damit 10,2 Millionen ältere Frauen und Männer im Internet und verändern die Kommunikations- und Informationskultur des Mediums nachhaltig."
Mit 56,8 Prozent liegen die 50- bis 59-Jährigen nur noch 1,4 Prozentpunkte unter dem Onliner-Durchschnitt von 58,2 Prozent. Der Abstand zur Gruppe der 60-bis 59-Jährigen ist mit 24,1 Prozentpunkten leider konstant geblieben, zur Gruppe der über 70-Jährigen ist die Differenz sogar größer geworden: 20,5 Prozentpunkte
Erstmals haben Frauen die 50-Prozent-Marke erreicht
52 Prozent der Frauen in Deutschland sind 2006 online. Damit haben die Frauen erstmals die Marke von 50 Prozent Onlineranteil überschritten. Dieser Wert basiert vor allem auf einem überdurchschnittlichen Zuwachs (von 4 Prozent) in den alten Bundesländern. Dagegen fiel der Zuwachs bei den männlichen Onlinern geringer aus (ein Plus von 2,2 Prozent). Die Zahl der männlichen Onliner liegt bei 65,4 %.
Je höher die formale Bildung, umso stärker verringert sich der Geschlechterunterschied bei der Internetnutzung. Unter Akademikern hat sich der Geschlechterunterschied 2006 erstmals aufgehoben. Bei beiden Geschlechtern beträgt der Onliner-Anteil jeweils 80 Prozent. Am größten ist der Unterschied in der Internetnutzung zwischen Frauen und Männern, die zwar über einen Volks- bzw. Hauptschulabschluss verfügen, aber keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Hier sind es 17 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer, die das Internet nutzen.

Mit steigendem Alter nehmen die Unterschiede bei der Internetnutzung zu, bei Frauen stärker als bei Männern. Bis 39 Jahren sind noch über 70 Prozent der Frauen und über 80 Prozent der Männer online. Im Vergleich sind bei den 60 - 69-Jährigen nur noch 22,9 Prozent Frauen und 43,1 Prozent Männer online und bei den Menschen über 70 Jahre sind es noch 5,7 Prozent Frauen und 19,7 % Männer. Dabei ist zu beachten, dass Frauen 55 Prozent der über 70-Jährigen stellen, jedoch nur ein knappes Viertel der Onliner.
"Die durchweg positive Bilanz darf nicht zur Verringerung der Anstrengungen führen. Technikdistanz und Kosenbewußtsein sind einfach zu überwindende Hindernisse auf den Weg ins Netz: Nutzen, Qualität und leicht zugängliche Lernangebote haben in unseren bisherigen Projekten und Initiativen viele ältere Frauen und Männer überzeugt," so Birgit Kampmann vom Kompetenzzentrum. Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und zahlreichen Unternehmenspartnern ist das Aktionsprogramm Online-Jahr 50 plus - Internet verbindet im Mai gestartet. Schirmherrin ist Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zwölf Monate lang wird über Themenangebote in Print- und Onlinemedien und in vierstündigen Präsenzkursen älteren Frauen und Männern der Nutzen praktisch vermittelt.
Der (N)ONLINER Atlas 2006, die deutschlandweit größte Studie mit 50.000 Interviews, wird von TNS Infratest und der Initiative D21 durchgeführt. Auch in diesem Jahr werden die Zahlen nach Bundesland, Regierungsbezirk, Postleitzahlengebiet, Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand und Beschäftigung aufgeschlüsselt. Der diesjährige Sonderteil befasst sich mit dem Thema "Sicher Surfen: Wie schützen sich die deutschen Onliner im Internet?"
Weitere Informationen finden Sie in der Pressemappe
oder unter www.nonliner-atlas.de
[01.08.2006]


